Installationen
Leonie Hartwig, Mateo Rivas, Aiko Tanabe & Svenja Kolk – Zwischen Daten und Traum
Internationale Gruppen-Ausstellung
Im Rahmen der Eichenau-Triennale 2026
14.3.2026 – 22.6.2026
Museum für Zeitgenössische Kunst Eichenau
Die Gruppenausstellung „Zwischen Daten und Traum“ versammelt internationale Positionen, die sich mit der Schnittstelle von digitaler Realität und menschlicher Wahrnehmung auseinandersetzen. Im Zentrum stehen Fragen nach Identität, Kontrolle und Intimität im Zeitalter algorithmischer Systeme.
Künstler:innen:
- Leonie Hartwig (Deutschland)
- Mateo Rivas (Spanien)
- Aiko Tanabe (Japan)
- Svenja Kolk (Niederlande)
Mittels immersiver Videoinstallationen, interaktiver Interfaces und KI-generierter Bildwelten entstehen Räume, die zwischen Simulation und Emotion oszillieren. Besucher:innen sind eingeladen, sich aktiv durch die Ausstellung zu bewegen und digitale Narrative selbst zu beeinflussen.
Über die Ausstellung
Die Ausstellung „Zwischen Daten und Traum“ widmet sich den fließenden Übergängen zwischen digital erzeugter Realität und subjektiver Wahrnehmung. In einer Gegenwart, in der Algorithmen zunehmend unsere Entscheidungen, Bilder und sozialen Beziehungen prägen, stellt die Ausstellung die Frage, wie sich unser Verständnis von Wirklichkeit verändert – und welche Rolle dabei Imagination, Intuition und Körperlichkeit spielen.
Die gezeigten Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Technologie und Emotion. Sie greifen auf künstliche Intelligenz, Echtzeit-Datenverarbeitung und interaktive Systeme zurück, um Erfahrungsräume zu schaffen, die sich nicht eindeutig zwischen Kontrolle und Zufall verorten lassen. Dabei entstehen hybride Szenarien, in denen digitale Prozesse nicht nur sichtbar, sondern auch sinnlich erfahrbar werden.
Ein zentrales Anliegen der Ausstellung ist es, den vermeintlich abstrakten Charakter digitaler Systeme aufzubrechen. Statt Technologie als unsichtbare Infrastruktur zu begreifen, machen die Künstler:innen deren Mechanismen, Brüche und Unschärfen erfahrbar. In immersiven Installationen, generativen Bildwelten und responsiven Klangräumen werden Besucher:innen selbst Teil der Systeme, die sie zugleich beobachten.
Thematisch kreisen die Arbeiten um Fragen von Identität, Überwachung und Intimität im digitalen Raum. Wie verändert sich das Selbstbild, wenn es permanent durch Daten gespiegelt wird? Welche Spuren hinterlassen wir – bewusst oder unbewusst – in digitalen Umgebungen? Und inwiefern lassen sich diese Spuren kontrollieren oder entziehen sie sich unserer Wahrnehmung?
Gleichzeitig öffnet die Ausstellung einen poetischen Raum: Zwischen Datenströmen und algorithmischen Strukturen entstehen Momente des Unvorhersehbaren, Fragilen und Traumhaften. Fehler im System, Verzögerungen oder Übersetzungsprozesse werden hier nicht als Störungen, sondern als produktive Elemente begriffen. Sie schaffen Räume für Interpretation und laden dazu ein, digitale Logiken neu zu denken.
„Zwischen Daten und Traum“ versteht sich somit nicht nur als Analyse technologischer Entwicklungen, sondern als Einladung, die Beziehung zwischen Mensch und Maschine neu zu verhandeln. Die Ausstellung eröffnet Perspektiven auf eine Gegenwart, in der Realität zunehmend konstruiert, vermittelt und erlebt wird – und in der das Träumen selbst zu einer Form von Erkenntnis werden kann.
„Zwischen Daten und Traum zeigt, dass Technologie nicht nur unsere Welt berechnet, sondern auch unsere Vorstellungskraft neu formt.“
Dr. Elias Brenner, Kurator
Ein Film zur Ausstellungseröffnung „Zwischen Daten und Traum“
Über die Künstlerinnen und Künstler
Leonie Hartwig (1987, Köln, Deutschland)
Leonie Hartwig arbeitet an der Schnittstelle von Medienkunst und Informatik. In ihren interaktiven Installationen untersucht sie, wie algorithmische Systeme Wahrnehmung und Entscheidungsprozesse beeinflussen. Nach einem Studium der Digitalen Künste in Bremen und Wien waren ihre Arbeiten u. a. im ZKM Karlsruhe und bei internationalen Medienkunstfestivals zu sehen. Hartwig lebt und arbeitet in Berlin.
Mateo Rivas (1990, Valencia, Spanien)
Mateo Rivas beschäftigt sich mit den ästhetischen und politischen Dimensionen von Datenströmen. Seine oft großformatigen Projektionen übersetzen unsichtbare digitale Prozesse in visuelle Landschaften. Er studierte Bildende Kunst in Barcelona und Computational Design in London. Seine Werke wurden u. a. auf der Ars Electronica und in verschiedenen europäischen Kunsthallen präsentiert.
Aiko Tanabe (1985, Osaka, Japan)
Aiko Tanabe entwickelt immersive Klang- und Lichtinstallationen, die auf künstlicher Intelligenz basieren. Ihre Arbeiten thematisieren Sprache, Erinnerung und maschinelles Lernen als poetische Systeme. Nach ihrem Studium an der Tokyo University of the Arts lebte sie mehrere Jahre in New York. Heute arbeitet sie zwischen Osaka und Paris.
Svenja Kolk (1992, Utrecht, Niederlande)
Svenja Kolk erforscht in ihren raumgreifenden Installationen die Beziehung zwischen Körper, Raum und digitaler Spiegelung. Mit Hilfe von Sensorik und reflektierenden Materialien entstehen Situationen, in denen Besucher:innen Teil der Arbeit werden. Sie studierte an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam und erhielt mehrere Förderpreise für junge Medienkunst.
Ausstellungsansichten